Deutschland


Schöneweide: Ab Mitte der 80er Jahre galt Berlin als dampffrei, was nicht zuletzt auf politische Motive zurückzuführen war - das "Aushängeschild der DDR" sollte sich modern präsentieren. Die in Schöneweide trotzdem noch recht zahlreich vorhandenen 52er dienten in erster Linie Heizzwecken, waren aber mit etwas Glück auch noch vor Übergaben zu sehen. Mit der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecken ergab sich gar ein neues Betätigungsfeld - die Beförderung und Heizung von Betonmischzügen.

 
52.8177 und Altbaulok 52.2614 warten im Heimat-Bw gemeinsam auf neue Taten.   Die Altbaulok 52.4966 hat überlebt und befindet sich heute im Deutschen Technikmuseum Berlin.
 
Im Einsatz: 52.8100 hat in Zepernick einen Betonmischzug am Haken und wartet auf die Ausfahrt in Richtung Karow.   Von der Frankfurter Allee kommend dampft 52.8101 mit einem Containerzug durch den Bahnhof Leninallee, der heute wieder Landsberger Allee heisst.
 
Ab 1988 verliessen die Heizloks das Raw Meiningen in den seltsamsten Varianten: Hier 52.8129 ohne Windleitbelche in der Est.Lichtenberg.   Die Weichenheizanlagen der Rangierbahnhöfe boten ein reiches Betätigungsfeld: Der tägliche Heizlokwechsel mit 52.8055 und 52.8079 in Wuhlheide Rbf.
 
Bei stationären Heizeinsätzen war es nur alle zwei Tage notwendig, Kohle zu bunkern. Mit entsprechenden neuen Vorräten versehen ist 52.8097 in der Est.Lichtenberg wieder auf dem Weg zurück zum Heizanschluss.   Bevor die vom Schöneweider Lokführer Hollenbach gegen 45 t Schrott getauschte 80.009 auf dessen Grundstück aufgestellt wurde, absolvierte sie noch einige wenige Fahrten. Hier ist sie im Juli 1981 mit einer Übergabe nach Schönefeld unterwegs!
Abschied: Als letzte Reminiszenz an die Dampflokzeit versammelte sich am 19. April 1992 noch einmal ein Großteil des Schöneweider Bestandes zum Abschiedsfoto vor dem Schuppen im Heimat-Bw: 44.2350, 52.8087, 52.2195 (Bw Fko), 52.8079, 52.8152, 52.8177, 52.8118 und 52.8055. Nur wenig später begann der Exodus an verschiedene Museumsbahnen in ganz Deutschland...