Deutschland (Stand: Dezember 2005)


Hilbersdorf: Die erste Eisenbahnstrecke verband Chemnitz im Jahre 1858 mit Zwickau. Zu dieser Linie gesellten sich in den Folgejahren Strecken nach Annaberg, Aue, Dresden, Leipzig und Reitzenhain, wodurch Chemnitz zu einem der zentralen Knoten im Netz der sächsischen Staatsbahn avancierte. In Hilbersdorf wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein großer Rangierbahnhof errichtet, zu dem auch ein Bahnbetriebswerk gehörte. Damit besaß die Stadt zwei große Bahnbetriebswerke: Chemnitz Hbf und Hilbersdorf. Während ersteres vor allem den Personen- und Schnellzuglokomotiven eine Heimat bot, war Hilbersdorf die Domäne der Güterzugloks und damit in Sachen Dampf zwangsläufig um einiges langlebiger. Von den Streckenelektrifizierungen unbeeinflusst beherbergte Hilbersdorf vor allem Dampflokomotiven der Baureihen 44, 50, 58, 86 und 94, zu denen sich ab Ende der 60er Jahre nur zögerlich Dieselloks gesellten.

Mit der verstärkten Zuteilung der Baureihe V180 wurden die Dampfloks ab Mitte der 70er Jahre in den Heizdienst abgedrängt. Durch die Ölkrise Anfang der 80er Jahre erlebten die Dampfer jedoch ein Comeback: Ab 1982 mischten die Reko-50 sowie ab und zu eine der letzten Altbauloks täglich wieder mit sieben Maschinen im Plandienst mit. Diese letzte Blüte war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1986 wurden die Einsätze stark reduziert. Übrig blieben nur zwei Maschinen, die vom Bw Aue aus auf den Strecken nach Karl-Marx-Stadt, Zwickau und Annaberg-Buchholz eingesetzt wurden. Das nahe Ende vor Augen, bot die im Oktober/November 1987 überraschend noch einmal reaktivierte Altbaulok 50.3145 einen letzten Höhepunkt, bevor nur wenige Wochen später die 50.3554 am Silvestertag des Jahres 1987 die letzte planmäßige Zugleistung mit Dampf erbrachte.

 
50.3646-2 rangiert mit N65355 auf dem Weg von Aue nach Karl-Marx-Stadt in Zwönitz.   50.3628-0 windet sich bei Fährbrücke mit Dg54309 dem Ziel Aue entgegen.
 
50.3600-9 restauriert im Sommer 1987 am Bansen des Bw Aue.   50.3694-2 bespannt in Aue einen außerplanmäßigen (zusätzlichen) Containerzug nach Buchholz.
 
50.3600-9 mit dem "Blechzug" 61971 bei der Ausfahrt Schwarzenberg.   Auf dem Rückweg von Buchholz nach Aue begegnet 50.3646-2 als Lz61970 in Schlettau der 86.1056-0 vor P19645.
 
Im goldenen Herbst des Jahres 1987 ist 50.3145-5 mit Dg54309 bei Schlema Richtung Aue unterwegs.   Eine der markantesten Brücken Sachsens und im Jahre 1987 eine wahre Pilgerstätte: Das Markersbacher Viadukt mit 50.3145-5 vor dem Containerzug 61971.
50.3145-5 macht im Morgengrauen mit P18612 auf der Fahrt von Karl-Marx-Stadt nach Aue auf dem oberen Bahnhof von Lössnitz Halt (Oktober 1987).