Deutschland (Stand: März 2005)


Cottbus: Mit der Grenzziehung im Jahre 1945 und der Schaffung der Rbd Cottbus aus den östlichen Teilen der alten RBD'n Halle und Dresden sowie Reststrecken der RBD'n Breslau und Osten wurde das bis dahin eher im beschaulichen Abseits gelegene Cottbus plötzlich Direktionssitz. Für das schon immer recht große Bw Cottbus brachte dies allerdings kaum Veränderungen mit sich, sollte sich später aber in einer Sache als hinderlich erweisen.

Die wichtigste Baureihe im Bw Cottbus war stets die 52er, die bis Mitte der 60er Jahre in großen Stückzahlen hier beheimatet war. Bis 1970 sackte der Bestand durch die Zuteilung von Dieselloks der Reihen V180 und V200 deutlich ab, doch selbst in den 80er Jahren waren noch immer knapp 20 Maschinen hier beheimatet, die zum größten Teil von Guben aus eingesetzt wurden. Für Heizzwecke existierten darüber hinaus diverse 44er, so dass der Gesamtbestand auch in der Endphase des Dampfzeitalters bei 30 Maschinen lag.

Zum Bestand gehörte dabei auch ein besonderer Exot: Mit der zum z-Park zählenden 03.2204-0 hatten sich die Cottbuser nach Auslaufen des Schnellzugdampfes im Jahre 1977 eine inoffizielle Denkmallok auf den Hof gestellt. Während ähnliche Pläne bei anderen Bw's von höherer Warte teilweise rücksichtslos zunichte gemacht wurden - siehe Pasewalk, die dies gleich zweimal traf - gelang es den Cottbusern immer wieder, alle Begehrlichkeiten der Schrottsammelfanatiker im Sande verlaufen zu lassen. Versuche, die Maschine zur offiziellen betriebsfähigen Traditionslok zu erheben, vereitelte die Rbd Cottbus jedoch lange Zeit erfolgreich.

Die letzten planmäßigen Cottbuser Dampfzüge verkehrten im Frühjahr 1988 mit 52.8163-9 im Weichensdorfer Umlauf. Auch danach waren in Cottbus und Guben noch Heizloks aktiv, die fallweise im Rahmen von Sonderfahrten zum Einsatz gelangten. Erinnert sei hier an die Gubener 52.8121-7 sowie die wieder mit großen Windleitblechen ausgerüstete Cottbuser 44.1106-2, die nach Fristablauf 1991 das Zepter in Form der Windleitbleche an 44.2225-9 weiter gab.

Das Ende der Reichsbahnära brachte für die Dampfloks zwar die unvermeidliche Ausmusterung mit sich, jedoch entgingen die verbliebenen Maschinen weitestgehend der Verschrottung und finden sich heute bei verschiedenen Museen und Vereinen wieder. 03.2204-0 wurde 1993 gar zu neuem Leben erweckt und befindet sich heute zusammen mit 44.2225-9 im Besitz des Lausitzer Dampflokclubs.

 
03.204 an ihrem langjährigen Standplatz im Bw Cottbus. Eine Wiederbelebung erschien lange Zeit unmöglich...   52.8163-9 und 52.8116-7 - bereits weitgehend arbeitslos - vor dem Cottbuser Lokschuppen.
 
Heizlok vom Tage war 52.8113-4, die auf dem Cottbuser Bahnhof für warme Reisezugwagen zu sorgen hatte.   52.8121-7 durcheilt auf ihrer Abschiedsfahrt im März 1990 von Guben nach Forst den Bahnhof Griessen.
 
52.8121-7 bei Horno. Im Hintergrund laufen bereits die Aufschlussarbeiten für den Tagebau.   Auch das gab's: Traditionslok 44.2225-9 verlässt auf Probefahrt mit einem Kohleleerzug den Bahnhof Klinge.
Zwei Gubener Loks, zwei typische Schicksale: Während 120.062-5 bereits im Mai 1993 im Schrott landete, trat 52.8121-7 exakt zur gleichen Zeit den langen Weg gen Westen in die neue Heimat Betzdorf an. Ein langes Leben war ihr dort allerdings auch nicht vergönnt: Im Januar 2006 wurde sie schließlich ebenfalls verschrottet (Bahnhof Forst, März 1990).